Die neue EUDR in ihrer bisherigen Form war aus Sicht des VEH unnötig und hätte nur mehr Bürokratie und Kosten verursacht, ohne echten Nutzen zu bringen. Das Ziel des VEH war es, die Verschiebung auf Ende 2026 zu nutzen, um bessere und einfachere Lösungen vorzuschlagen und offene Fragen zu klären.

Im Dezember 2025 hatten sich die Europäischen Co-Gesetzgeber bekanntlich darauf verständigt, die Anwendung der EUDR um zwölf Monate zu verschieben sowie auf das aufwändige Weiterleiten von Referenznummern entlang der Lieferkette zu verzichten. Zudem wurde die Kommission beauftragt, bis zum 30. April 2026 weitere Vereinfachungen der EUDR zu prüfen und entsprechende Vorschläge dem Parlament vorzulegen.

Torsten Herzel, VEH-Präsident, zu den Zielen der Verschiebung 2025:“ Die Verschiebung gibt uns Zeit, offene Fragen zu klären, praktikable Lösungen zu finden und die nötige digitale Infrastruktur aufzubauen. Der VEH wird sich weiterhin aktiv einbringen und die Interessen der Europäischen Hobelindustrie vertreten, damit die EUDR am Ende sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft nutzt.“

Vorschläge der Kommission enttäuschen!

Aus Sicht des Fachverbandes der Holzindustrie enttäuschen die Vorschläge der Kommission zum Bürokratieabbau bei der Entwaldungsverordnung, die nunmehr bis zum 01. Juni 2026 zur Übermittlung von Stellungnahamen vorgelegt wurden. Die gesetzten Schritte seien für die Holzindustrie nicht mutig genug. Laut dem Fachverband der Holzindustrie Österreichs werde dadurch zwar ein „Bürokratie-GAU“ verhindert, der Aufwand werde aber nicht weit genug reduziert. „Leider fehlen der Kommission Mut und Wille. “ Die Kommission stellte stattdessen weitere Begleitdokumente (Leitlinien und FAQs) zur Anwendung der EUDR vor, die zwar auf einige offene Fragen eingehen, jedoch nicht die notwendige Rechtssicherheit bieten.“, attestiert Verbandsobmann Erlfried Taurer. Europa drohe eine Inflationswelle und Bürokratieabbau brächte günstige Entlastung. Eine Abschwächung der EUDR bedeute nicht weniger Waldschutz.

Taurer weiter: „Rat und Parlament sollten die Kommission zu mehr Elan beim Bürokratieabbau anhalten und sie daran erinnern, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen das Rückgrat der europäischen Wirtschaft bilden. Unsere Unternehmen wollen und müssen sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Endlose EU-Papiere zu lesen und Zettel auszufüllen, gehört nicht dazu. Sollte die Kommission keine praxistaugliche und rechtssichere Lösung für die EUDR finden, ist sie ersatzlos zu streichen“.

VEH-Präsident Torsten Herzel.
VEH-Präsident Torsten Herzel von Holz-Henkel